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Schutz der laichenden Zander

PR-Bericht Zander Laichhilfen im Einsiedler Anzeiger vom 22. Juni 2019. Hier als PDF runterladen.

Im Frühjahr 2019 hat der Fischereiverein Einsiedeln erstmals künstliche Laichhilfen (Zandernester) innerhalb der markierten Schongebiete eingebracht, um die natürliche Verlaichung der Zander zusätzlich zu unterstützen.

Die Zander beginnen mit ihrem Laichgeschäft ab einer Wassertemperatur von ca. 12 Grad. Das Männchen (Milchner) sucht in Ufernähe in etwa 1 – 1.5 m Tiefe einen geeigneten Laichplatz. Zur Eiablage werden, wenn vorhanden, besonders gerne feine Wurzeln von Erlen oder Weiden angenommen. Ersatzweise aber auch auf dem Boden wachsende Pflanzen, verrottende Pflanzenteile, Torf, versunkenes Astwerk und Steine. Während das Weibchen (Rogner) nach der Laichablage das Nest verlässt, stellt sich der Milchner darüber und erzeugt mit fächelnden Bewegungen der Brustflossen eine leichte Strömung. Dadurch werden die Eier ständig mit frischem, sauerstoffreichem Wasser versorgt und gleichzeitig von sich ablagernden Schlamm-partikeln freigehalten. Der Milchner, welcher eine dunkle bis schwarze Färbung mit auffällig dunklen Flossen annimmt, verteidigt das Nest gegen Fressfeinde aller Art und reagiert in dieser Zeit sehr aggressiv. Er attackiert alles vehement, was in die Nähe des Geleges kommt. Ab dem Zeitpunkt der idealen Wassertemperatur rechnet man etwa mit zwei Wochen für das Laichgeschäft und mit weiteren zwei Wochen für die Brutpflege der Zandermännchen.

Leider gibt es Fischerinnen und Fischer, welche die männlichen Zander auf ihren Nestern gezielt befischen. Ist ein solcher Fisch einmal weggefangen, ist das Gelege Fressfeinden schutzlos ausgeliefert. Aussagen wie: «Zander, die schwarz sind, setzen wir doch eh zurück» machen die Sache auch nicht besser. Beim Anhieb zerstört der Zander vor Schreck mit einem Schwanzhieb und während der anschliessenden Flucht oftmals einen grossen Teil oder sogar das ganze Gelege. Durch diese Fischerei wird eine erhebliche Beeinträchtigung der Reproduktion dieser Fischart im See verursacht. Der Fang eines solchen Zanders hat weder etwas mit dem Jagdverhalten des Fisches, noch mit dem Können des Fischers zu tun.

Die natürliche Fortpflanzung der Zander im Sihlsee funktioniert grundsätzlich gut und wird nun mit der Einbringung von künstlichen Laichhilfen noch zusätzlich unterstützt. Bis ein Zander im Sihlsee das Schonmass von 45 cm erreicht, dauert es rund 3 – 4 Jahre. Alle Bemühungen und Schonmassnahmen nützen aber nichts, wenn diese durch die Fischerinnen und Fischer mit ihrem Verhalten wieder zunichte gemacht werden. Deshalb eine grosse Bitte an alle Sihlseefischerinnen und Sihlseefischer:

Unterlasst bitte das gezielte Fischen auf Laichzander. Beachtet und meidet insbesondere die markierten Schongebiete (Fischereiverbot) und werft auch nicht von aussen in diese hinein! Gönnt den laichenden Zandern die Ruhe, die sie zu einer erfolgreichen Reproduktion benötigen. Der Sihlsee wird es Euch mit guten Zanderfängen auch in Zukunft danken!

Einsiedeln, im Februar 2019, Fischereiverein Einsiedeln

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